Auch Computerfreaks, Bücherwürmer und rundum internetfeste Senioren wissen häufig nichts Rechtes mit dem Begriff „eBook“ anzufangen. Da inzwischen jedoch schon fast alle renommierten Verlage ihre Klassiker auch als eBook anbieten (zusätzlich zur Printausgabe), sollte man sich diesen Begriff vielleicht mal näher ansehen.
Die meisten Fragen in Bezug auf eBooks lauten: Kann man es in die Hand nehmen, umblättern – und was hat so ein elektronisches Buch überhaupt mit einem Buch zu tun?
Ein eBook, besser: eine eBook-Edition ist ein sogenanntes elektronisches Buch, das nicht gedruckt, sondern als Datei vorliegt.
Man bekommt eBooks über reine eBook-Verlage (z.B.aaronis-collection.com, internet-edition.com, Magic Buchverlag, xlibri.de, tolleseite.de, dibi.de) oder über alle großen und wenige kleinere Print-Verlage übers Internet als E-Mail-Anhang, auf Diskette oder auf CD-Rom. Es handelt sich im allgemeinen um pdf-Dateien, die mit dem kostenlos erhältlichen Reader von Adobe gelesen werden können. Es kommen immer mehr andere Formate dazu, damit fast jedes Lesegerät, nicht nur der PC, die Bücher erkennen kann.
Und wie kann man den Inhalt einer eBook-Edition auf seinen Computer oder ein Lesegerät laden? Ich zitiere nachstehend, was der aaronis-collection-Verlag auf seiner Homepage dazu schreibt:
„Sie können die eBook-Edition mit dem Acrobat-Reader, den Sie über unsere Homepage von der Seite von Adobe auf Ihren Computer laden können, lesen. Dazu rufen Sie auf Ihrem Computer den Acrobat Reader auf und öffnen danach die Datei Ihrer eBook-Edition. Den Bestell-Button für den Acrobat-Reader finden sie auf unserer Angebotsseite. Oft liegt der Acrobat-Reader auch auf den CD-Roms der Computer-Zeitschriften bei, so dass Sie ihn sich von dort auch installieren können.“
Welche Vorteile hat eine eBook-Edition gegenüber herkömmlich bedruckten Büchern, fragt sich nun der Bücherwurm, der bisher den Duft des Papiers, das Gewicht des Buches, das wunderbare Gefühl beim Öffnen der ersten Seite eines nach Druckerschwärze und Farbe riechenden Buches geschätzt und genossen hat?
Ein großer Vorteil des eBooks ist, dass man die Schriftgröße mit Hilfe des Acrobat Reader verschieden einstellen, d.h. enorm vergrößern kann. Jedenfalls weit größer, als dies z.B. bei Büchern in Großschrift möglich ist. Für ältere Menschen und Sehbehinderte ist das ein wichtiger Punkt.
Da der Computer ja in gewisser Weise ein Zauberding ist, kann man sich den Text auch vom PC vorlesen lassen. Das ist für Menschen mit extremer Sehschwäche sicher ein Segen, wenn auch die mechanische Sprache des Computers etwas gewöhnungsbedürftig ist.
Es gibt Menschen mit Arthritis oder sonstigen Einschränkungen, die ein dickes Buch nicht mehr oder nicht über längere Zeit in der Hand halten können. Diese brauchen sich nur an den Computer zu setzen und mit einem Finger die Vor- und Zurück und die Rauf- und Runter-Taste zu betätigen oder die Vergrößerung bei „Darstellung“ einzustellen.
Ganz nebenbei stellt man dann auch noch fest, dass ein eBook erschwinglicher ist als ein Print-Buch.
Eltern werden feststellen, dass viele Kinder lieber am Computer lesen, als ein Buch in die Hand zu nehmen. Die eBook-Editionen haben den Vorteil, das sie weder Fettflecken noch Eselsohren bekommen können.
Die Eltern können das eBook für kleinere Kinder ja auch ausdrucken und es macht dann auch gar nichts aus, wenn das Kind mit Stiften darin herummalt oder sogar die Bilder ausschneidet. Das eigentliche Buch bleibt ja erhalten und kann immer wieder ausgedruckt werden.
Und wenn man das eBook doch gerne im Bücherschrank stehen haben möchte? Kein Problem, dann bestellt man es eben als eBook-Edition auf CD-Rom mit schöner DVD-Hülle mit Cover, Klappentext und Rückentitel. So steht es dann, von Kinderhänden unberührt, im Bücherschrank und unterscheidet sich kaum von einem gedruckten Buch.
Die meisten Verlage verlangen Vorkasse. Nach dem Ausfüllen der Bestellung erhält man eine Bestätigungsmail an die eigene E-Mail-Anschrift. Nach Eingang des Betrages auf dem Konto des Verlages, schickt dieser die eBook-Edition als E-Mail-Anhang (pdf-Datei) direkt auf den Computer oder als CD-Rom per Post.
Ich finde, dass diese neue Art des Lesens viele Vorzüge hat. Das Print-Buch wird von diesem neuen Medium sicher nicht verdrängt, aber ergänzt. Viele Zeitungsverlage machen inzwischen auch schon Gebrauch von dieser Art des Lesens. Das eBook wird seinen Weg machen, je mehr Zeit die Menschen ohnehin am Computer verbringen und auch aus wirtschaftlichen Gründen. Denn ein gutes Print-Buch hat seinen Preis – und manche gedruckten Bücher sind für den einen oder anderen schon heute fast unerschwinglich.
Amazon hat ein eBook-Lesegerät, genannt KINDLE, auf den Markt gebracht. Auch von SONY gibt es ein Lesegerät. Leider sind die Geräte immer noch recht teuer und auch in Deutschland oft nicht erhältlich. Das ist aber nur eine Frage der Zeit, denn der Siegeszug des eBooks ist nicht mehr aufzuhalten. Über Amazon gibt es das KINDLE inzwischen in Englisch, d.h. man kann nur englische Ausgaben von Büchern bestellen. Es soll auch bei Amazon ein großformatiges Gerät herausgebracht werden für Zeitungen und Zeitschriften.
Man sollte sich also ruhig schon mal mit dieser neuen Art des Lesens befassen. Eines ist sicher: Man braucht dann kaum noch Bücherregale. Und das wäre doch auch ein nützlicher Aspekt (nicht für IKEA),
meint
Norella © 2009