Man lernt nie aus, pflegte meine Mutter zu sagen. So lernt auch Oma immer noch etwas dazu, manchmal durch Zufall.
Durch meine Teilnahme an einem Literatur-Wettbewerb hörte ich vor Jahren zum ersten Mal von „Electronic Books“. Beim damaligen Adina-Online-Verlag wurden dann einige meiner Kurzgeschichten in Jahreskalendern veröffentlicht und außerdem wurde meine biografische Erzählung „Das Kind unter dem Tisch“ als eBook herausgegeben. So lernte ich eBook-Publishing kennen. Ein Electronic Book kann man sich als pdf-Datei auf den PC herunterladen und dort speichern und lesen. Man kann das eBook aber auch auf den eBook-Reader „KINDLE“ von Amazon sowie den Reader von SONY laden und auf bequeme Weise bei sich tragen und an jedem Ort lesen, auch bei schwacher Beleuchtung. Leider sind diese Reader noch immer sehr teuer.
Obwohl ich selbst ein gedrucktes Buch vorziehe, habe ich inzwischen erkannt, dass so ein Lesegerät den Vorteil hat, dass es gerade so viel wiegt wie ein dünnes Buch, dass es aber hunderte von Büchern speichern kann. Es ist also kein Problem, mit Hilfe eines eBook-Readers eine kleine Bibliothek in den Urlaub mitzunehmen.
Nun haben sich die Verbraucher gerade mal an die Existenz von eBooks gewöhnt und müssen feststellen, dass es längst eine noch praktischere Sache gibt, nämlich die
Mobilebooks.
Ein Mobilebook wird per SMS aufs Handy geladen (z.B.mobilebooks.com). Herausgegeben sind diese Bücher vom Verlag Blackbetty.at, der sich auf Small-Screen-Publishing spezialisiert hat.
So ein Mobilebook hat im Vergleich zum eBook den Vorteil, dass man es jederzeit und an jedem Ort direkt auf das Handy laden kann ohne den Umweg über den Computer. Es kann gespeichert und jederzeit zum Lesen abgerufen werden, auch wenn das Handy nicht online ist. Notwendig ist allerdings, dass es ein JAVA™-fähiges Gerät mit dem Standard MIDP 2.0 ist. Ich habe selbst keine Ahnung, was das ist, aber so habe ich es auf der Website von Blackbetty.at und bei Mobilebooks.com gelesen. Vermutlich ist es von Vorteil, wenn das Handy ein großes Display hat. Das erleichtert die Lesbarkeit der Texte.
Ein weiterer Vorteil des Lesens auf dem Handy ist, dass man die Schrift nach Bedarf vergrößern oder den Text in Querformat umwandeln kann. Auch Lesezeichen kann man setzen und eine Beleuchtung dazuschalten. Diese Funktionen sind über „Menü“ abrufbar. Die Texte sind meist für eine Lesezeit von 10 Minuten (150 KB) vorgesehen.
Ein großer Vorteil des Mobilebooks ist auch, dass die Bezahlung (1,99 – 5.00 Euro) ebenfalls per Handy erfolgt. Je nach Betreiber können noch Kosten für die Ladezeit dazukommen.
Da heutzutage fast jeder ständig ein Mobiltelefon bei sich trägt, kann er sich durch Mobilebooks Wartezeiten an der Bushaltestelle oder lange Bahnfahrten durch die Lektüre von spannenden, unterhaltsamen oder nützlichen Texten versüßen. Diese Art des Lesens wird sicher keine ernsthafte Konkurrenz für die gedruckten Bücher sein, aber die Vorteile des „mobilen“ Kaufs von Lesestoff und der Verfügbarkeit zu jeder Zeit an jedem Ort liegen sozusagen auf der Hand und „in der Hand“ des Handy-Besitzers.
Es gibt Verlage, die speziell diese Small Screen Ausgaben von Büchern herstellen und vertreiben. Gleichzeitig werden inzwischen von etablierten Verlagen wie z.B. Heyne bereits vorhandene Print-Ausgaben von Büchern für diese Art des Lesens bearbeitet und z.B. bei Blackbetty.at herausgegeben.
So, jetzt habe ich versucht, das Loblied der mobilen Literatur zu singen und muss der Ehrlichkeit halber zugeben, dass ich selbst kein brauchbares Handy mit JAVA und sonstigem Pipapo habe. Aber ich habe ein paar kleine Mannheim-Geschichten geschrieben, die beim Verlag Blackbetty.at als Mobilebook veröffentlicht sind (Titel: „Mannheimer Mini-Mosaik“, von Nora Zorn).
Nun wird es aber Zeit, mir ein besseres Handy zuzulegen.