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Dieses Rezept habe ich im Internet gefunden und nachgebacken. Es ist mir zum Glück gelungen, so dass ich meine Lieben damit erfreuen konnte. So gut es ging, habe ich vom Arbeitsablauf Fotos gemacht mit dem Handy. Das Rezept ist glutenfrei und laktosefrei, da mit laktosefreien Zutaten hergestellt.

Zutaten:
200 g Tiefkühlspinat, fein gehackt
1 Ei
200 g Lachs, geräuchert in Scheiben
200 g Reibekäse, Gouda
200 g Frischkäse
1 Teelöffel Gerstengras-Pulver
1 Blatt Backofenfolie

 

Den Spinat in der Mikrowelle auftauen lassen und mit dem Ei verrühren, auf ein Backblech bzw. eine Backfolie streichen, den Reibekäse darauf verteilen, bei 200 Grad ca. 12 Minuten backen.
Danach sehr gut auskühlen lassen.

Spinatrolle,1.Schritt.2018-04-01 11.27.34

 

 

2018-04-01 11.33.10

Lachsrolle,i.Ofen .KäseIMG_1154          Spinatrolle 3.Schritt.2018-04-01 12.36.49

Die kalt gewordene Spinatplatte mit Frischkäse bestreichen, geräuch. Lachsscheiben darauf legen.

Zu einer Rolle formen, in Alufolie wickeln und über Nacht in den Kühlschrank legen.

Spinatrolle,4.Schritt2018-04-01 12.40.39          Spinatrolle,nach d.KühlenIMG_1166
Am nächsten Tag die erkaltete Rolle in Scheiben schneiden, mit Salat und

Low-Carb-Weißbrot genießen.

 

Rezept-Quelle: lovemecakes.de, bearbeitet, leicht verändert und nachgebacken

Fotos: Privat E.Z.

 

 

 

Man muss anscheinend erst einmal wieder an einem Sonntag krank werden, um sich an die natürlichen Heilmittel zu erinnern, die schon in der Kindheit geholfen haben. Wenn es im Rachen brennt und kratzt, das Atmen durch die Nase schwer fällt, ein trockener Reizhusten den Schlaf ständig unterbricht und das Ganze sich allmählich in die Bronchien hinunterzieht, dann tut schnelle Hilfe not.

Eine sogenannte banale Erkältung braucht ja keine starken chemischen Keulen, denn es geht zunächst hauptsächlich um die Linderung der Symptome, die sehr unangenehm sein können. Bettruhe mit warmen Getränken ist als erste Maßnahme dann das Beste, das man tun kann, um die Erkältung zu kurieren.

Ich hatte ein starkes Gefühl des Wundseins im Rachenraum, Schluckbeschwerden, einen Schmerz, der sich bis in die rechte Halsseite hinunterzog. Eine beginnende Angina dachte ich und kramte in meinem Gedächtnis nach Heilmitteln, die ich früher mit Erfolg dagegen genommen hatte. Sofort fiel mir die schreckliche Zwiebelmilch mit Honig ein, die meine Großmutter uns immer machte, wenn wir Husten und Halsweh hatten.

Honig ist ein altbekanntes Naturheilmittel bei Erkältungen
Leider ekelte mich schon als Kind davor, besonders wegen der gekochten Zwiebeln. Ich beschloss, nur den Honig zu benutzen, der zur Zwiebelmilch gehört, denn Honig war und ist ja in erster Linie ein Heilmittel, wie ich weiß. Da ich nicht gerne süße Dinge esse, gehört Honig normalerweise nicht zu meinen täglichen Nahrungsmitteln, auch nicht als Aufstrich zum Frühstücksbrötchen.

Honig, innerlich und äußerlich, als erste Hilfe
Ich machte mir also zunächst einen Brennessel-Tee mit Brombeerblättern und süßte ihn mit einem Teelöffel Honig. Das half mir schon recht gut, da es den Hustenreiz vorübergehend linderte. Die Halsschmerzen blieben, also machte ich mich auf die Suche nach dem Medizinalhonig, den ich für alle Fälle immer im Hause habe. Das kleine Gläschen Manuka-Honig (enthält Methylglyoxal ) für alle Fälle hat mich dann nach und nach von den Halsschmerzen, dem Rachenkatarrh und dem Schnupfen befreit. Mein Sohn schüttelte sich, als er sah, dass ich mir Manuka-Honig pur mit einem Wattestäbchen tief in die Nasenlöcher pinselte, Ich nahm vor dem Schlafengehen einen Teelöffel dieses medizinisch wirksamen antibiotischen und entzündungshemmenden Honigs aus Neuseeland in den Mund. Wenn man ihn in liegender Stellung einnimmt, läuft der sich auflösende feste Honig langsam in Hals und Rachen und hat Zeit, seine heilende Wirkung zu entfalten.

Manuka-HonigBILD0236
Tagsüber trank ich weiterhin Tee mit Honig, nachts, wenn ich einen krampfartigen Husten hatte, machte ich mir warme Milch mit Honig. Das milderte den Hustenreiz und durch die entspannende Wirkung der Milch und des Honigs konnte ich auch wieder einschlafen.
Kurz und gut: Ein altes, oft vergessenes Hausmittel bewies mir seine heilende Wirkung, die ja unseren Vorfahren schon seit Urzeiten bekannt war.

Früher hauptsächlich als Heilmittel benutzt
Früher wurde Honig kaum als Nahrungsmittel benutzt, sondern fast überall als Heilmittel, denn Honig heilt von innen und außen. Er ist auf Grund seiner „Inhibine“ als antibakteriell wirkendes Wundheilmittel schon immer angewandt worden. Die Inhibine hemmen das Wachstum von Bakterien und dienen wegen dieser Eigenschaft als Zugabe zu Gurgelwässerchen und Kosmetika, als Konservierungsmittel für getrocknete Früchte und sogar zur Konservierung von Wurst und Fleisch. Wegen seiner reichlich vorhandenen Glucose, Fructose, Enzyme, Spurenelemente, Mineralstoffe, Vitamine, Hormone sowie Aminosäuren wurde Honig früher und bei Entzündungsvorgängen und als Nahrungsmittel zur Kräftigung nach schweren Krankheiten verabreicht.

Altbekanntes und oft einziges Süßungsmittel überall auf der Welt
Als Süßungsmittel war Honig schon lange vor dem Industriezucker in aller Munde, denn es gab keine Alternative. Dass Lebkuchen und anderes Gebäck auch heute noch mit Honig gebacken werden hängt damit zusammen, dass diese Rezepte aus der Zeit stammen, in der es nur Honig oder Rübensirup zum Süßen gab.

Loblied des Honigs in alten Schriften
Honig ist die erste Liebesgabe Gottes an den Menschen, so steht es schon im Koran. In der Bibel ist Ägypten das Land „wo Milch und Honig fließt“, wenn etwas als besonders erstrebenswert oder wohlschmeckend gepriesen werden sollte, wurde immer der Honig zum Vergleich herangezogen: Honigsüß, ein Gesicht wie Honigmilch, ein Getränk wie Honigseim, wer Glück hatte, war „in den Honigeimer getreten“. Unzählige solche Vergleiche gibt es in der alten und neuen Literatur.

Das ist kein Wunder, denn Bienen haben schon seit Menschengedenken Nektar von Blüten und auch Bäumen gesammelt, ihn in ihrem Honigmagen durch Zugabe von Enzymen in einem Fermentierungsprozess in Honig verwandelt und damit die Bienenlarven in den Waben gefüttert. Menschen und Tiere haben die Heilkraft und den Wohlgeschmack dieses besonderen Saftes sehr früh erkannt und für ihre Zwecke aus den Bienenstöcken entwendet. Um den Bestand der Bienenvölker zu sichern, wurde später der entwendete Honig in den Bienenstöcken durch Zuckerwasser ersetzt.

Honig, ein naturreines Nahrungsmittel
Honig ist das reinste und am meisten naturbelassene Nahrungsmittel, da die Herstellung einer sehr strengen Reinheitsverordnung unterliegt. Die schonendste Art, Honig aus den Waben zu gewinnen, ist die Methode, den Saft durch Hochstellen der Waben-Rahmen einfach in ein Gefäß ablaufen zu lassen. Der Glukosegehalt von fast 80 % erübrigt jede Art von Konservierung. Honig hat eine fast unbegrenzte Haltbarkeit, wenn die notwendigen Hygienevorschriften beachtet werden. Andere Arten, Honig zu gewinnen, sind Schleudern

Eine sehr große Sortenvielfalt steht zur Verfügung
Es gibt viele verschiedene Honigsorten, die alle ein einmaliges Aroma haben, das von der Blüte, der Temperatur, dem Herkunftsort (Wiese oder Wald) abhängen. Lavendel-Honig enthält z. B. die beruhigende Wirkung der Lavendelpflanze, Raps-Honig die gelbe Farbe der Rapsblüte, Klee-Honig enthält Wirkstoffe der Kleearten und Waldhonig schmeckt herb, aromatisch und würzig nach Holz und Harz und wird besonders bei Erkältungskrankheiten geschätzt.

Im Handel gibt es viele Arten von Mischhonigen, die als Brotaufstrich und als Süßungsmittel beim Kochen und Backen sehr zu empfehlen sind. Honig gibt vielen Gerichten, auch Fleisch und Gemüse, den letzten „Pfiff“, wenn die Menge sorgfältig auf das Gericht abgestimmt ist.

Man kann also sagen, dass Honig das meistverbreitete und gesündeste Nahrungsmittel ist, das zum Wohle der Menschheit gleichzeitig als Heilmittel von großer Wirkungsbreite dient. Zu allen Zeiten und weltweit.

Gerade heimgekommen vom Kinobesuch, wo ich mir den gerade angelaufenen Film“Die dunkelste Stunde“ angesehen habe, fiel mir ein, dass mir eine Freundin schon vor Jahren einen kleinen Aufsatz über Churchill, den sie sehr verehrte, geschickt hatte. Ich sollte ihn in meinen Blog aufnehmen, da die Freundin, inzwischen 92 Jahre alt, nicht mehr so fitt am PC ist.Leider  hatte sie vergessen, das darin erwähnte Foto zu schicken und so habe ich den Text vergessen.

Nun will ich das Versäumte gerne nachholen. Den Film über Churchill kann ich sehr empfehlen. Der Hauptdarsteller, Gary Oldman, hat zu Recht gerade den Oscar für den besten Hauptdarsteller gewonnen.

Hier der Text von L. Grabenkamp:

Groß gedacht – Groß gehandelt!
SIR WINSTON CHURCHILL

Weitsicht und Kampfesmut zeichneten den Sohn des Herzogs von Marlborough aus, der als Premierminister von 1940 bis 1945 Britannien durch den Zweiten Weltkrieg führte. „Wir werden siegen!“ rief er unaufhörlich seiner gepeinigten Nation zu. Gleichzeitig warb er erfolgreich dafür, das „Europa des Friedens“ zu erschaffen: Er wurde das Vorbild für kommende Generationen:
Sir Winston Churchill! (1874 – 1965)
“Für seine Verdienste um die Europäische Gemeinschaft” wurde der Träger unzähliger Ehrentitel 1956 mit dem Aachener Karlspreis ausgezeichnet. (Unser Bild). Wir sehen den 82jährigen Kämpfer für eine Neuordnung Europas auf der Aachener Ehrentribühne gemeinsam mit Konrad Adenauer und weiteren vorauf gegangenen Inhabern des Karlspreises; als Ehrengäste Bundespräsident Theodor Heuss und viele hohe Europäische Würdenträger.
Die Bücher Churchills, des 1956er Nobelpreisträgers für Literatur und zweimaligen Britischen Premiers, sind faszinierend, ebenso wie seine schon 1946 in Zürich gehaltene Rede: „Dem Eisernen Vorhang der Bolschewiken ist mit einem Europäischen Gegengewicht zu begegnen! – Ich denke dabei an einen Europa-Rat, ähnlich den USA. Ich bekämpfte das Nazi-Regime, nicht die Deutschen! Denn Deutschland, Frankreich, Holland und viele Europäische Staaten müssen in Zukunft eine Union bilden!“ – Bald nannte man Sir Winston „The father of Europe“! Die Aufzählung seiner internationalen Ehrungen würde Bände füllen! Churchills verbissene Treue auf einmal als richtig erkannten Wegen wurde sprichwörtlich. Als er neunzigjährig starb, ehrte Queen Elizabeth II. ihn mit einer bisher nie da gewesenen Trauerfeier. Er wurde drei Tage lang in Westminster Hall aufgebahrt und danach mit einem Staatsakt in St. Paul’s Cathedrale von der Queen und mehr als hundert regierenden Staatsoberhäuptern verabschiedet. Die ergreifende Feier sahen über 300 Millionen Menschen im Fernsehen.
Wunschgemäß wurde Sir Winston Churchills Sarg mit einem Sonderzug nach Bladon überführt, wo der Große Europäer nun in seinem Familiengrab zur letzten Ruhe gebettet ist.

Nachwort:
Ich verneige mich vor dem großen Europäer Sir Winston Churchill, dem ich 1956 als junge Frau bei der Verleihung des Karlspreises persönlich begegnen durfte. Ich begleitete meinen Ehemann, den Publizisten W.H.Grabenkamp (1922 –1988). Er machte damals u.a. dieses bisher nie veröffentlichte Foto. Jetzt erst  entdeckte ich zufällig diese Dokumente im Nachlass meines Mannes.

Lydia Grabenkamp,

 

Text: E.Z.,, Lydia Grabenkamp , Foto: W.H. Grabenkamp

 

Donauwellen-Kuchen

Zutaten

Für den Teig:
230 g Butter
200 g Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
5 Eier
350 g Mehl
1 P Backpulver
2 EL Kakao
1 Glas Sauerkirschen

Für die Buttercreme:
450 ml Milch
2 EL Zucker
1 Päckchen Vanillepudding
240 g Butter
2 EL Kakao

 

Zubereitung

Teig: Die weiche Butter mit dem Zucker schaumig rühren. Die Eier einzeln hinzugeben und alles zu einer homogenen Masse verarbeiten. Mehl sieben und mit dem Backpulver vermischen. Nach und nach unter die Eiermasse rühren. Den Teig in zwei Hälften teilen und in die eine Hälfte den Kakao rühren. Eine rechteckige tiefe Backform (ca. 20 x 30 cm) ausfetten und Backpapier auf den Boden der Back-Form legen. Als untere Lage den hellen Teig einfüllen und glatt streichen. Dann den dunklen Teig darüber geben. Jetzt die entsteinten Sauerkirschen gleichmäßig darauf verteilen, dabei leicht in den Teig eindrücken. Im vorgeheizten Ofen (180 Grad) ca. 35 Minuten backen und dann auskühlen lassen.

Die Buttercreme: Aus Milch, Zucker und Vanillepudding-Pulver einen Pudding kochen und diesen abkühlen lassen. Die inzwischen bei Zimmertemperatur weich gewordene Butter mit dem Mixer unterrühren und dabei die Masse etwas schaumig aufschlagen. Die Buttercreme auf dem Kuchen verstreichen, dabei mit einer Gabel ein Wellenmuster auf der Oberfläche einritzen. Am Schluss wird der Kuchen mit Kakaopulver bestäubt. Es kann auch 200 g dunkle Kuvertüre mit 1 EL Kokosfett im Wasserbad geschmolzen und der Kuchen damit übergossen werden.
Das ist dann aber die kalorienreiche Variante.

Beim Aufschneiden des Kuchens sind durch das Einsinken der Sauerkirschen in den dunklen Teil des Kuchens wellenartige Stellen sichtbar, die zur Entstehung des Namens „Donauwellen“ geführt haben.

Diesen Kuchen hat schon meine Großmutter gebacken, die 1892 in Szent Fülop in der damaligen k.u.k. Monarchie Ungarn geboren wurde. Nach dem I. Weltkrieg gehörte diese Gegend zu Kroatien und das Dorf hieß Filipovo, d.h. Philippsdorf.
Wie es üblich war auf dem Lande, nahm man zum Kochen und Backen hauptsächlich Podukte, die im eigenen Garten oder auf den bewirtschafteten Äckern wuchsen. Wie überall in den Gebieten entlang der Donau und des Mittelmeeres gab es viele Sauerkirschbäume. Sie hießen damals allerdings „Weichseln“ oder Weichselkirschen . Die Sauerkirschen sind etwas weniger empfindlich in den Anbaubedingungen als die Süßkirschen, das könnte der Grund für den Anbau gewesen sein. Allerdings stammten die deutschen Vorfahren meiner Großmutter aus der Pfalz und lebten seit etwa 1750 in der Batschka, wo die deutschsprachige Minderheit sich angesiedelt hatte. Sie waren dem Ruf Maria Theresias gefolgt und mit den „Ulmer Schachteln“ die Donau entlang gefahren, um nach den Türkenkriegen in den menschenleer gewordenen Gebieten entlang der Donau und Drau ein neues Leben zu beginnen. Die Kirschkerne könnten aus Baden oder der Pfalz von den deutschen Siedlern in die neue Heimat mitgebracht worden sein.

Man nannte ihn einfach „Sauerkirsch-Blechkuchen“ oder Weichselkuchen. Meine Großmutter hat die oberste „weiße“ Schicht auch nicht mit einer Buttercreme/Vanillepudding-Masse bestrichen, sondern mit Eischnee-Masse, die mit Puderzucker aufgeschlagen wurde. In diese Eischnee-Masse wurden vor dem Backen mit dem Löffelrücken Vertiefungen eingedrückt, die ein etwas unruhiges, wellenartiges Aussehen mit kleinen Zipfelchen hatten. Uns Kindern erklärte die Großmutter, dass dies die Schaumkronen der Donauwellen seien.

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In den letzten Jahren stieg dieser Sauerkirschkuchen hierzulande in der Beliebtheitsskala der Naschkatzen. Da die in den braunen Teil des Kuchenbodens eingedrückten Sauerkirschen nach dem Aufschneiden des Kuchens ein wellenartiges Muster ergeben, nennt man ihn nun „Donauwellen“.
Einen offizielle Herkunftshinweis habe ich im Internet nicht gefunden.

Wie auch immer, die „Schaumkronen“ aus Buttercreme oder Eischnee sehen hübsch aus und die Komposition aus drei verschiedenen Teigschichten mit dem Innenleben aus Sauerkirschen schmeckt köstlich.

Man kann ihn auch in einer runden Backform backen, was aber nicht oft gemacht wird. Die „Wellen“ gelingen auf einem Backblech auch besser.

Donauwellenkuchen, flach.BILD0322

 

Fotos: E.Z., privat

Pünktlich zum ersten Adventsonntag schneite es. Auf den Weihnachtsmärkten trinken heiter gestimmte Menschen Glühwein und es duftet überall nach Zimt und anderen, früher  fremden Gewürzen. Auf der Kaffeetafel soll es deshalb auch nicht der übliche Kuchen sein, wenn auch manche auf ihren Apfelkuchen nicht verzichten wollen. Im folgenden Rezept ist die Frische der Äpfel harmonisch mit Nüssen vereint und das Lebkuchengewürz sorgt für den vorweihnachtlichen Duft im Haus.

Apfelkuchen.207.2017-12-02 12.10.25Zutaten:

4 Boskop-Äpfel, geschält, entkernt und in kl. Würfel geschnitten
ca. 3 Essl. Zucker
ca. 4 Essl. Rum (falls Kinder mitessen, kann auf echten Rum zugunsten von Rum-Aroma verzichtet werden)
2 Essl. Rosinen (man kann auch getrocknete Cranberries nehmen)

Teig:
200 Gramm Butter
175 Gramm Zucker
1 Päckchen Vanillezucker
4 Eier
200 Gramm Mehl
1 Päckchen Backpulver
150 gemahlene Nüsse, vorzugsweise Mandeln
3 Essl. Kakao
1 Teel. Lebkuchengewürz

Fett für die Form
Etwas Zitrone

Die Apfelstückchen mit Zitrone, Zucker und Rum vermischen, evtl. schon jetzt Rosinen dazu, damit sie sich mit dem Rum vollsaugen. Umrühren und ein bis zwei Stunden durchziehen lassen.
Inzwischen Butter mit Zucker schaumig rühren und nach und nach die Eier dazurühren.
Das Mehl mit Backpulver vermischen, Kakao und Lebkuchengewürz zufügen, über die Masse sieben und unterrühren. Zuletzt die Nüsse und die Äpfel sowie den übrigen Rum unterheben.
In eine gefettete Springform geben und bei 180 Grad ca. eine Stunde backen! Je nach Backofen kann auch 200 Grad angemessen sein. Die Probe mit einem Holzstäbchen machen!
Nach dem Auskühlen evtl. mit einer Zuckerglasur überziehen oder nur mit Puderzucker bestäuben.


Foto: E. Zorn, privat

Eine kleine Bemerkung einer Freundin erinnerte mich an einen Künstler (vor allem auch Lebens-Künstler), der in meiner Jugend viel bewundert und auch viel belächelt worden ist, mir aber für immer einen großen Eindruck machte. Wir alle sind heutzutage gewöhnt, von einer Vielfalt von Formen, Farben und Materialien umgeben zu sein. Nichts ist unmöglich, alles ist erlaubt und alles wird akzeptiert im Bereich der Künste.

Das war nach dem Krieg, als ich jung war, ganz anders. Städte waren zerstört, überall Schutt und Gerümpel, die Verkehrsmittel nur mit Mühe verkehrstüchtig, so weit der Rost und der Material-Klau es zuließ.

Es gab schöne Stoffe und gute Dinge nur auf dem Schwarzmarkt. Man fing an, aufzubauen, sich aufzurappeln wie es gerade möglich war. Mit den einfachsten Dingen fing jeder an. Ein Stuhl da, eine Lampe dort, fast alles gebraucht und selten ganz in Ordnung. Aber man wurde erfinderisch, reparierte wie die Weltmeister, machte das Leben allmählich wieder einigermaßen lebenswert.

Als die ersten Fabriken Gebrauchsartikel herstellten und die Architekten Häuser bauten, war alles relativ einfach und ohne den Hang zu Experimenten. Es musste schnell, billig und praktisch sein und den Menschen in kurzer Zeit zur Verfügung stehen.

In dieser Zeit traute sich Luigi Colani, geboren 1928 in Berlin, unglaubliche Visionen unter die Leute zu bringen, Formen und Farben zu verwenden, die wie bunte Blüten ins Grau der Nachkriegszeit fielen.

Nach den würfeligen und eckigen Gegenständen der Nachkriegszeit hat er nach einem Studium der Aerodynamik in Paris die runden und die windschnittigen Formen entworfen und der Industrie zur Herstellung angeboten. „Ecken und Kanten zerfetzen das Auge“, soll der Künstler und Designer gesagt haben. Er hat vor nichts halt gemacht in seinem Verschönerungseifer: Autos, Motorräder, Flugzeuge, Lokomotiven, Haushaltsgegenstände – alles hat er bunt, rund und „organisch“ gemacht. Er hat dem neuen Material”Kunststoff” zu einem schöneren und brauchbareren Design verholfen, hat aber zeitweise auch mit Holz gearbeitet. Alles was er anpackte, wurde zum Kunstwerk, zu einer Augenweide, zu einem Aha-Erlebnis. Sein Design war gewöhnungsbedürftig und seiner Zeit weit voraus. Nicht jeder konnte sich mit den “verrückten” Ideen von Luigi Colani anfreunden, aber bewundert wurde er doch allgemein, wenn auch so mancher die von Colani designten Dinge nicht in die eigene Wohnung stellen oder legen wollte.
Ich habe heute noch die praktische Bürotasse, die umwerfend sinnvoll gestaltet ist, indem der Künstler einfach beobachtet hat, wie jeder Benutzer den Kaffeelöffel und das Zuckerstück normalerweise ablegt. Kurzerhand formte er die Untertasse so, dass sie einen “Ausleger” hat, der sowohl den Löffel als auch den Würfelzucker aufnimmt, ohne dass beide über den Rand abrutschen können. Ein bisschen komisch sieht das schon aus, wenn man nur die normalen Kaffeegedecke vor dem inneren Auge sieht. Aber praktisch ist das auf jeden Fall.

Bürotasse und signierte Einkaufstüte von Luigi Colani

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Seine großzügigen, schwungvollen Textil-Muster werden heute noch gerne für Teppiche, Gardinen und Wandbehänge benutzt, seine Stapelstühle finden sich in Kongresszentren und die hübschen, weißen Kunststoffstühle sind uns schon so vertraut in Cafes und Restaurants, dass man sich kaum noch erinnert, wer sie entworfen hat. Er hat inzwischen hinter den Kulissen Bequemschuhe entworfen, Eisenbahnen in Japan, Sanitäreinrichtungen für Grohe, Porzellanformen für bekannte deutsche Marken und sicher noch einige Dinge, die wir gerne benutzen und uns keine Gedanken machen, wer die Form gestaltet hat.

Leider war Luigi Colani nicht mit der Gabe der Bescheidenheit ausgestattet und eckte durch seine oft witzigen, provokanten und teilweise als arrogant bewerteten Aussagen an, machte sich unbeliebt oft auch bei der Presse. Er wusste um seine Begabung und seine visionären Ideen. Sein Temperament ließ es ihm vielleicht manchmal an Geduld fehlen für etwas langsamere, weniger zukunftsorientierte Zeitgenossen.
Obwohl er also menschlich gesehen etwas schwierig war, ist es doch schade, dass ihm heute nicht mehr die ihm gebührende Anerkennung in der Öffentlichkeit zuteil wird.
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Wie geht es Luigi Colani heute? Ich habe im Web keine Angaben zu seiner Person gefunden, die mir einen Hinweis geben könnten, wo er heute (fast neunzigjährig) lebt und wie es ihm geht. Das Colani-Museum in der Nancy-Halle in Karlsruhe, wo ich (2007) meine Bürotasse gekauft hatte, wurde wegen Baufälligkeit der Halle aufgelöst und es fand sich wohl keine andere Möglichkeit, die meiner Ansicht nach sehr sehenswerte Ausstellung in Karlsruhe in einem anderen Gebäude unterzubringen.

Ein Verehrer des ColaniDesigns hat einen Teil des Werkes von Prof. Luigi Colani in einem Haus in Aarwangen in der Schweiz ausgestellt.

Fotos: Privat E.Z.
Link zum Schweizer Museum: https://www.art-design-vision.ch